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ich habe für 2013/2014 10 Monate in Tansania, Tosamaganga gelebt. Dort habe ich in einem Kinder- und Waisenheim gelebt. Hier kann man über meine Erlebnisse und Erfahrungen während der 10 Monate lesen und sich über die Aktion Milchpulver für Tosamaganga informieren.

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Viel Spaß !

Dienstag, 10. Dezember 2013

Feste

Seit gestern heißt es für mich offiziell: FERIEN. Die Weihnachtsferien starten hier bei uns schon relativ früh und gehen ziemlich lang. Donnerstag, den 5.12.2013, hieß es für die Kinder vorerst zum letzten mal ab in die Schule und erst am 13.01.2014 ist der offizielle Start ins neue Schuljahr. Dieses beginnt nämlich nicht wie in Deutschland nach den Sommerferien, sondern nach den Weihnachtsferien. Deswegen hieß es auch für alle Schüler in der vorletzten Woche: Mtihani (Abschlussprüfungen). Die älteste Klasse (Awali) feierte außerdem den Abgang aus dem Kindergarten. Diese Feier fand am Donnerstag statt und ich werde sie wohl nie vergessen. Um 8:30 Uhr machte ich mich, wie jeden Tag, auf den Weg in den Kindergarten. Viel wusste ich nicht von dem kommenden Tag. Die Tage zuvor wurden ein paar Tänze mit der Awali-Klasse einstudiert und am Tag zuvor wurden Girlanden quer durch die ganze Schule aufgehangen. Außerdem wurde ein Raum sehr feierlich geschmückt und alle Räume und Gebäude gründlichst geputzt. Das tansanische Putzen besteht aus einem Eimer Wasser in einen Raum kippen und mit einem Wischer das Wasser wieder rausziehen. Wer jedoch kommen würde zu der Feier, wie das Programm aussieht und was sonst noch so auf mich zukommen würde wusste ich nicht.
Als ich ankam wuselten schon wie immer ein paar Kinder auf dem Hof rum und zudem noch ein paar weitere mit unbekannte Personen, die vermutlich Eltern waren. Ich gesellte mich zu Niklas und einer Frau und wir fingen an Kartoffeln zu schälen. Da wir 2 große Eime vor uns hatten, nahm ich an, dass es anscheinend doch ein recht großes Fest wird, womit ich nicht falsch lag. Draußen wurde währenddessen von Vätern Strom verlegt und ein neuer Holzmast zu diesem Zwecke aufgestellt. Auf dem Herd in der Küche kochte schon ein riesen Topf Fleisch vor sich hin und immer mehr Mütter trudelten ein. Was ich nicht ahnte war, dass diese Mütter von circa 9 Uhr an bis 13 Uhr riesige Töpfe voll mit Essen produzieren würden und die eigentliche Veranstaltung erst um 14:30 Uhr begann. So half ich den Vormittag über den Müttern draußen im Garten zu schnippeln und zu kochen. Außerdem wurde der am Vortag schön geschmückte Raum wieder abgeschmückt und das alles in einem anderen Raum wieder aufgebaut. Wir hatten ja Zeit. Zwischendurch wollte ich kurz eine Kamera holen gehen und auf dem Weg kam mir die Lehrerin Rehema mit 2 Hühnern in der Hand entgegen, wovon sie mir eins in die Hand drückte und ich es doch bitte in die Küche bringen sollte. Dem Huhn und mir war das recht unangenehm, aber ich erfüllte meine Aufgabe und trug das Huhn an den Flügeln in die Küche, wo es dann am Tischbein festgemacht wurde.
Gerade als so gegen 13:30 Uhr das Essen fertig war und es losgehen sollte fing es erstmal an aus Strömen zu regnen. Alle Menschen flüchteten sich in Räume wobei Elisa und ich in dem mit 120 Kindern landeten, der wunderbar voll, stickig und heiß war. Dort schwitzten wir vor uns hin bis der Regen nach ließ und es endlich losging. "Losging" war übertrieben. Zunächst bekamen erstmal alle Kinder eine Schüssel mit Essen voll. Zuerst natürlich die Kinder die ihren Abschluss feierten. Bis alle Kinder was hatten, waren diese also fertig und das Programm begann. Wir versammelten uns in dem vorbereiteten Raum, die Kinder der anderen Klassen blieben draußen und spielten. Es wurden ein paar Reden gehalten und irgendwann wurde dann jedes Kind einzeln aufgerufen, um sein "Certificate" abzuholen. Auf dem Certificate war ein kleines Bild des Kindes und die Bescheinigung, dass es die Chekechea erfolgreich abgeschlossen hat. Von den Eltern wurden den Kinden dann bunte Blumen-Hals-Ketten umgehangen und sie bekamen Geschenke. Von der Schule bekamen sie ein Heft und ein Bleistift geschenkt. Unsere 5 Kinder aus dem Heim, die Abschluss feierten, bekamen ihre Ketten von Neema, die als Mutti fungierte. Auch ich war stolz wie Oskar als sie aufgerufen wurden und ihr Certificate entgegen nahmen. Allgemein fand ich diese Ehrung der Kinder sehr rührend. Im Vergleich zu einem deutschen Kindergarten werden die Kinder in Tansania wirklich hart ran genommen und müssen schon viel lernen und sogar Prüfungen in den Fächern schreiben. Dass sie am Ende dafür eine Belohnung und eine eigene Feier bekommen, gleicht nicht alles aus, aber ist doch ein gutes Zeichen für die Kinder. Die vorbereiteten Tänze, Lieder und die kleine Szene auf Englisch wurde noch vorgeführt und brachte den Eltern und allen anderen viel Freude.
Mittlerweile war ich schon kurz vor dem Verhungern, da es 16:30 Uhr war und ich zuletzt um 7 gegessen hatte. Dementsprechend erleichtert war ich dann doch, als das Programm vorerst vorüber war und es raus ging zum Fotos machen. Wir fotografierten unsere 5 Abgänger mit ihren Urkunden und Halsketten. Die einzelnen Bilder reiche ich nach, da Elisa die noch hat. Danach gab es dann endlich auch für uns Essen. Es gab Reis, 2 Sorten Fleisch, Kartoffeln, Weißkraut und Bohnen. Außerdem eine Art gebratenen Reis, der total lecker war. Danach versammelten sich wieder alle im Raum und der Kuchen kam reingetanzt. Das wird eigentlich immer gemacht, wenn es Kuchen gibt. 2 Leute tragen das Blech, alle singen ein "Keki"-Lied (Keki-Kuchen) und feiern, wenn der Kuchen rein kommt. Dann wird der Kuchen in kleine Happen geschnitten und verteilt.
Nachdem das Programm offiziell beendet wurde, wurde die Musik angestellt. Dazu gab es extra eine Anlage und einen Art "DJ", der die Lieder auflegte :D Die Leute und Kinder fingen an zu tanzen und die Stimmung war ausgelassen. Im Laufe des nachmittags wurde ich dann auch noch auf die Tanzfläche gezogen und versuchte mich dem tansanischen Rhythmus anzupassen, was mir mehr oder weniger gelang. Die Leute haben sich total gefreut, dass eine Weiße mittanzt und haben gerufen "Mzungu anacheza"- Die Weiße tanzt, woraufhin mir alle zuschauten, was dann doch eher peinlich war. Ich hatte aber trotzdem total viel Spaß mit den Afrikanern auf ihre Musik zu tanzen.Auch die Leute waren einfach nur glücklich und freuten sich mit den Kindern, auch wenn ab und zu Strom und Musik ausfielen. Um 18:30 Uhr waren dann aber die meisten gegangen und auch ich war total erschöpft. Überall sah es aus wie sau, wie nach einer richtigen Feier eben. Da aber alle fertig waren, wurde erst am nächsten Tag aufgeräumt.
Nachdem noch ein paar Fotos gemacht wurden und Sister Sicilia mir "Hongera"-Glückwunsch zu der vielen Arbeit, die ich geschafft habe, gewünscht hat schleppte ich mich müde und erschöpft, aber total glücklich nach Hause :-)

Das 2. Fest auf dem ich war, fand gestern (9.12.2013) statt. Zum einen war gestern ein Feiertag (Tag der Unabhängigkeit) und zum anderen wurden neue Schwestern und Brüder offiziell in den Orden aufgenommen und es wurden Jubiläen der Schwestern gefeiert. Zu dieser Feierlichkeit ging es zu erst um 10 Uhr in die Kirche. Aus der Kirche raus kamen wir um 14:30 Uhr (!!). Ja unsern ersten wirklich langen Gottesdienst haben wir hinter uns. 4 1/2 Stunden war doch kein Zuckerschlecken. Traurig war, dass wir in diesen 4 1/2 Stunden absolut nichts gesehen haben, außer ein paar Rücken, da wir hinter dem Altar saßen. Die Kirche ist aufgebaut wie ein Kreuz und dort, wo sich die 2 Striche kreuzen steht der Altar. Das heißt, wir saßen sozusagen in der Spitze vom Kreuz. Zwischenzeitlich sind fast alle Kinder im Sitzen eingeschlafen und ich war fast die ganze Zeit damit beschäftigt irgendwen zu zwicken, damit er nicht von der Bank fällt. Aber nicht nur die Kinder sein eingenickt. Auch die 3 Dadas, die aus dem Waisenheim mit waren haben sich ab und zu mal "schlafen gelegt". Und sogar eine von unseren Schwestern hat mal zwischendurch ein Nickerchen gemacht. Wir 3 aber saßen die Zeit tapfer ab. Zwischendurch wäre ich fast erstickt, weil wir mit Weihrauch eingeräuchert wurden. Nicht nur, dass vorne am Altar damit rumgewedelt wurde, es wurde auch noch jeder Kirchenteil separat bewedelt. Dann hat auch noch ein Kind laut gepupst, was Nina dann den Rest gegeben hat. Ihr stummes Lachen endete in Tränen und es viel ihr sichtlich schwer sich zurück zu halten :D Allgemein war reger Verkehr in der Kirche. Zwischendurch sind immer mal Leute aufgestanden und raus gegangen. Auch unsere Kinder waren immer mal unterwegs, was aber normal zu sein scheint bei einem Gottesdienst dieser Länge. Danach ging es auf den Hof der Kirche, wo den Geehrten und den Neuen gratuliert wurde. Es waren circa 20 Brüder und Schwestern und jeder hatte einen kleinen Chor hinter sich herlaufen. Außerdem trugen sie festliche Kopfkränze und Blumenhalsketten. Danach ging es mit einem Teil der Leute in eine große Halle. Die Halle war wirklich modern, hatte sogar gefließten Boden. Dort angekommen gab es erstmal Essen, wir hatten echt Hunger und Durst nach der ganzen Zeit in der Kirche. Es gab 4 Essensstationen und Nina und Ich wurden von 2 netten Schwestern unter ihre Fittiche genommen. Wir stellten uns an und redeten ein bisschen. Dann wurde uns das Essen auf den Teller gemacht, was durchaus keine kleine Portion war. Ich glaube, das war mehr als Nina bisher in den 2 Monaten hier gegessen hat. Dazu gab es für jeden eine Soda. Das Essen fand ich sehr lecker und es gab sogar mal richtiges Gemüse und nicht nur Kraut. Nach dem Essen hat der Bischof eine kleine Rede gehalten und noch ein paar andere Schwestern und Brüder, deren Position ich nicht kenne. Danach wurden Geschenke nach vorne gebracht. fast alle Menschen in der Halle hatten ein kleines Päckchen, was vorne bei den Geehrten abgegeben wurde. Alles wurde mit viel Musik und Tanz begleitet. Danach trat noch eine Gruppe auf, die gesungen und getanzt hat und um circa 17:00 Uhr war das Programm dann zu Ende. Danach unterhielten wir uns draußen noch mit einigen Leuten, machten uns dann aber so gegen 18:00 Uhr auf den Heimweg. Wir waren wieder mal vollkommen fertig, obwohl wir die meiste Zeit gesessen hatten. 4 1/2 Stunden Gottesdienst ist dann doch nicht so leicht wegzustecken. Aber alles in allem war auch das ein tolles Fest. Das nächste Fest wird denn Weihnachten sein und am 28.12.2013 sind wir auf eine Hochzeit eingeladen, worauf wir uns schon sehr freuen.

Hier noch ein paar Bilder von dem Abschlussfest:



Die Küche

Nyama ya ng'ombe - Fleisch der Kuh

Innenhof 

Karibu

Kochen mal anders :D

Die Abschlussklasse und Ich 

Mamas beim Kochen




Als der Regen kam

Neema und die Kids 

Die Lehrer Rehema, Slavia und Christaphora, Sister Sicilia und Betty


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