Herzlich Willkommen auf meinem Blog !!
ich habe für 2013/2014 10 Monate in Tansania, Tosamaganga gelebt. Dort habe ich in einem Kinder- und Waisenheim gelebt. Hier kann man über meine Erlebnisse und Erfahrungen während der 10 Monate lesen und sich über die Aktion Milchpulver für Tosamaganga informieren.

Bei persönlichen Fragen kann man gerne über das Kontaktformular schreiben.

Viel Spaß !

Montag, 10. März 2014

Was im Februar geschah

Halli-Hallo aus dem schönen Tansania an alle Leser J
Seit einer Woche bin ich nun endlich wieder in meinem tansanischen Zuhause. Das Zurückkommen nach einem Monat hat sich wirklich wie Nach-hause-kommen angefühlt und es war einfach total schön wieder Menschen und Umgebung zu kennen.
In dem vergangenen Monat ist wieder viel passiert und wir haben offiziell die Halbzeit erreicht!! Wir haben jetzt unseren ersten Urlaub hinter uns, der uns durch den gesamten Norden von Tansania geführt hat. Dort sind wir von Einsatzstelle zu Einsatzstelle gereist und haben unsere Mitreisenden von der Caritas besucht.
Angefangen hat unsere große Reise am 6.2.2014 in Richtung Daressalaam. Dort fand nämlich unser Zwischenseminar mit der ganzen Gruppe statt.
Das Zwischenseminar war sehr schön und es war auch ordentlich was zutun. Wir hatten Einzelgespräche mit unseren deutschen Mentoren, mussten in Gruppen bestimmte Themen in Bezug auf Tansania ausarbeiten, waren an der Uni in Dar zu Besuch, hatten einen Reporter zu Gast, haben einen „Bunten Abend“ mit den Leuten vom Agape Centre veranstaltet und hatten mal wieder einen sehr erholsamen Strandtag. Außerdem Morgenandachten und auch abends nochmal einen Abschluss in der Gruppe. Außerdem haben wir uns endlich mal wieder alle gesehen und nach 4 Monaten Tansania gab es natürlich viel zu reden und auch viel zu hören. Ich fand es erstaunlich, wie verschieden doch die Erlebnisse von der bisherigen Zeit waren. Insgesamt waren aber glaube ich alle recht zufrieden.
Nach dem Zwischenseminar am 14.2. ging es weiter nach Bagamoyo. Dort waren wir mit 16 Leuten, was manchmal doch etwas chaotisch war. In Bagamoyo hatten wir leider nicht so gutes Wetter und auch die Strände waren nicht sooo super schön. Trotzdem haben wir das Beste draus gemacht und dort ein paar schöne Tage verbracht. Am Montag den 17.2. ging unsere Reise dann wirklich los, denn von nun an reisten Nina und ich alleine durch den schönen Norden Tansanias. Unsere Reise ging in Bagamoyo mit dem Dalla-Dalla los, das uns über Holper-Straßen zu einer größeren Busstation brachte. Dort kamen wir ca. um 8 an und hatten somit noch genug Zeit zum frühstücken. Das taten wir in einer kleinen „Hütte“, die eigentlich nicht mal Wände hatte. Als wir reinkamen war der einzige Tisch schon belegt und wir wollten uns auf eine Bank setzen. Allerdings sind dann schon mehrere Menschen aufgestanden, sodass wir letztendlich doch am Tisch saßen. Unser Frühstück bestand dann aus sehr leckeren Chapatis und einer Tasse Tee. Als wir bezahlen wollten, wurden wir auch noch von einem netten Herr eingeladen, was wir sehr rührend fanden. Danach ging die Warterei los. Reisen in Tansania besteht aus viel Busfahren und viel Warten. Allerdings gibt es auch immer sehr viele nette Menschen, die einem unbedingt helfen wollen. So haben wir auch an diesem Busstand mindestens 3 Leuten unsere Bustickets gezeigt, die dann alle für uns Ausschau hielten. Seit den ersten 5 Minuten unserer Wartezeit überlegten wir, ob wir uns noch Ananas kaufen sollten. Allerdings ließen wir es immer, weil wir dachten „Der Bus kommt gleich, da muss es schnell gehen“ Nach einer Stunde Hin und Her entschlossen wir uns doch noch Ananas zu kaufen und Nina machte sich auf zu den Verkäufern. Dieser wollte gerade anfangen zu schneiden, als dann der Bus einfuhr. Der hatte es sehr eilig, dass wir einsteigen und somit mussten wir den Verkäufer leider sitzen lassen. Der Bus war ein echter Luxus-Bus. Wir saßen direkt in vorderster Reihe und hatten somit auch (leider) perfekte Sicht auf die Straße. Wenn man keinen Nervenzusammenbruch haben möchte, sollte man entweder die Augen zu haben oder nicht darüber nachdenken, was der Busfahrer gerade tut. Mit zwischenzeitlich 140 rasten wir über die tansanischen Straßen, überholten mit unserem Reisebus riesige Öltanker, machten Vollbremsungen vor Schafherden oder hupten wild irgendwelche Autos/Tiere/Menschen an. Überholt wird in Tansania wild hupend an ungefähr jeder Stelle, ob man gute Sicht hat oder nicht. Immer wieder kamen mir Bilder von brennenden Bussen aus den tansanischen Nachrichten in den Kopf (jeden Tag wird in den Nachrichten von irgendwelchen Unfällen berichtet). Am besten war es also einfach zu schlafen. Ansonsten war die Fahrt sehr komfortabel. Wir bekamen kalte Soda und machten Rast an einem riesigen Rastplatz, wo man das Mittagsessen kaufen konnte. Ohne weitere Probleme kamen wir nach 7 Stunden an unserer ersten Station Mwanga an. Busfahren in Tansania ist zwar anstrengend, aber es macht auch Spaß, da man durch typisch afrikanische Landschaften fährt wo kilometerweit einfach nur nichts ist.
Das Aussteigen war dann wieder etwas stressig, da wir von bestimmt 20 Männern umzingelt wurden, die alle wissen wollten wohin wir wollen, ob wir Dalla-Dalla, Piki-Piki oder ein Taxi brauchen und worauf wir warten. Nachdem wir aus dem Tumult geflüchtet sind ging es dann aber und wir warteten auf Rebekka und Anna, die in Mwanga ihr Zuhause haben. Diese holten uns mit Piki-Pikis ab. In Tosa sind wir zwar auch schon Piki-Piki gefahren (Piki-Piki ist ein Motorrad), allerdings nicht in dem Ausmaß, wie wir es im Norden gefahren sind. Wir haben uns also mit unseren riesigen Rucksäcken auf die Pikis geschwungen und sind in Richtung Hostel abgedüst. Das Hostel wird von Schwestern betrieben und ist wirklich sehr schön. In Mwanga haben wir fast eine Woche verbracht und sehr viel erlebt. Wir waren in der Großstadt Moshi  und waren dort lecker essen und in einem großen Supermarkt, der es mit deutschen Supermärkten aufnehmen kann. Wir waren in Marangu bei Wasserfällen und haben Nele in ihrer Einsatzstelle besucht. Außerdem haben wir mit Hanna, Jasmin und ihrer Schwester einen großen Markt in Mwanga besucht und waren auch bei ihnen zu Hause. Einmal waren wir auch bei Rebekka und Anna zu Hause zum Essen eingeladen, was ein sehr schöner und vor Allem leckerer Abend war. Am Samstag, unserem letzten Tag in Mwanga, waren wir noch ein bisschen wandern und konnten von oben sogar bis nach Kenia schauen. Leider kann ich nicht jeden Tag ganz genau beschreiben, da der Text sonst noch länger wird. Aber wen irgendwas genauer interessiert kann mich ja persönlich fragen. Insgesamt war es eine sehr schöne Woche in Mwanga und wir sind begeistert von allen Einsatzstellen. Besonders neidisch sind wir auf die Grasflächen, die alle haben… Danke an Rebekka, Anna, Hanna, Jasmin und Nele, die uns alle so herzlich empfangen haben und mit denen wir wirklich schöne Tage hatten.
Am Sonntag ging es dann weiter nach Sanya Juu zu Clara und Jojo. Wir fuhren erst nach Moshi, wo uns wieder sehr freundlich geholfen wurde, den richtigen Dalla Dalla nach Sanya zu finden. Auf unserem gesamten Weg konnten wir sehr gut den Kilimandscharo sehen. Die ersten Tage war es leider wolkig aber irgendwann konnten wir den Kili in seiner vollen Pracht sehen, was wirklich eindrucksvoll war. Allein deswegen war der Norden schon einer Reise wert.
In Sanya standen wir etwas verloren rum, da leider kein Dalla Dalla dorthin fuhr, wo wir hin wollten. Also mussten wir uns wieder auf Pikis schwingen und die letzten Meter damit zurücklegen.
Bei den Mädels in Sanya hat es uns richtig gut gefallen, besonders die Wohnverhältnisse haben uns begeistert. Das warme Wasser beim Duschen war dann noch die Krönung. Nach 4 Monaten wieder warm zu duschen war zu schön um wahr zu sein.
In Sanya haben wir dann man ein Tag im Health Centre mitgearbeitet und Dienstag haben wir einen Ausflug gemacht, der abenteuerlicher wurde als erwartet. Unser Ziel waren „warme Quellen“ in der Nähe von Boma. So richtig wusste irgendwie niemand Bescheid, aber mehrere Leute versicherten uns es sei ein schöner Ort. Wir also los nach Boma. Von dort aus wussten wir nicht genau, welches Verkehrsmittel das geeignetste ist und entschieden uns letztendlich für ein „Dreirad“. Auf den Bildern, die ich hochladen werde ist dieses Gefährt zu sehen, für diejenigen, die sich jetzt nichts darunter vorstellen können. Auf jeden Fall haben wir uns dann zu 4. In dieses Ding gequetscht und los ging es. Über eine Stunde waren wir unterwegs über die schlimmsten afrikanischen Straßen, die man sich so vorstellen kann. Über „Stock und Stein“ hat für mich eine neue Bedeutung bekommen. Zwischenzeitlich mussten wir auch aussteigen, da es mit uns nicht weiter kam und ein paar mal mussten wir auch anschieben. Die Fahrt hat sich allerdings gelohnt, da wir an einen nahezu paradiesischen Ort kamen. Dort waren auch noch mehr Touris mit großen Geländewagen, neben denen unser Dreirad doch etwas lächerlich wirkte. Das Wasser war warm und türkisblau, sodass man bis auf den Boden schauen konnte. Die Quelle war von Dschungel umgeben, sodass man mitten in der Natur war. Die Bilder sagen da glaube mehr aus.
Um es etwas abzukürzen: Nach einer genauso holprigen Rückfahrt konnten wir nur noch lachen und schwärmen von unserem Abenteuer.
Nach einem letzten entspannten Filmabend in Sanya Juu ging es Mittwoch weiter nach Arusha, in das wirkliche Stadtleben. Wir wurden sehr herzlich von den Schwestern verabschiedet und waren wirklich traurig gehen zu müssen. Danke an Clara und Jojo, es waren wirklich unvergessliche Tage!!
Nach Arusha fuhren wir auch nochmal in etwa 3 Stunden. Empfangen wurden wir von Konrad und Jan-Niklas. Arusha war für uns wirklich eine komplett andere Welt. Wir dachten schon Iringa wäre eine Stadt, aber dagegen ist unser Iringa eher ein ruhiges Städtchen.
Dort angekommen ging es erstmal beim Mexikaner essen, was sehr lecker war. Essen kann man in Arusha allgemein sehr gut, wie wir feststellen durften J Mittwochabend waren wir direkt eingeladen an einer Verabschiedungsfeier für eine Schwester teilzunehmen. Danach hieß es noch in Konrads Geburtstag reinfeiern. Donnerstag schauten wir uns dann noch ein bisschen die Stadt und waren auf einem großen Masai Markt. Abends feierten wir nochmal Konrads Geburtstag.
Freitag verabschiedeten wir uns dann für einen Tag, um unsere letzte Station im Norden zu besuchen, nämlich Bich und Magda auf der Kaffeeplantage. Dorthin waren wir auch von einem Bruder eingeladen, den wir schon aus Tosa kannten, da er dort zu Besuch war.
Auch dort wurden wir wieder sehr freundlich empfangen und hatten einen leider sehr kurze aber dennoch schöne Zeit. Die Plantage ist wirklich riiiiiiesig, aber wunderschön. Wir verbrachten eine Nacht in Karatu nachdem uns Bich und Magda ein bisschen ihr zu Hause gezeigt hatten. Am nächsten Tag ging es früh los auf eine kleine Tour in ein Buschdorf. Auf unserem Hinweg kauften wir als Gastgeschenk für das Buschvolk noch eben schnell Marihuana und dann ging es direkt in den Busch.
Die Menschen in dem Dorf lebten noch komplett ursprünglich vom Jagen und Sammeln. Wir durften uns alles anschauen und auch mal mit dem Bogen schießen. Leider verstanden die Menschen kein Kiswahili, sondern sprachen ihre eigene Sprache mit vielen Klicklauten.
Es war sehr interessant und beeindruckend eine solche Lebensweiße zu sehen.
Danach haben wir uns noch einen großen See angeschaut  (Lake Elasy). Danach mussten wir auch schon wieder zurück zum Mittagessen, da wir direkt danach wieder nach Arusha mussten. Geplant war eigentlich Sonntag zurück nach Tosa zu fahren, allerdings fuhr da kein Bus und so mussten wir bis Montag in Arusha verweilen. Danke an Bich und Magda für die viel zu kurze, aber schöne Zeit!
Samstag und Sonntag entspannten wir uns dann noch ein bisschen in Arusha und Montag ging es dann ab nach Hause. Danke auch an Konrad und Jan-Niklas für die Gastfreundlichkeit J
Unsere Reise im Norden war sehr schön und wir haben wirklich viel erlebt. Leider konnte ich nicht jede Einsatzstelle beschreiben und nicht alle Tage so erzählen, wie sie waren. Aber wenn doch noch was ungeklärt sein sollte, bin ich gerne bereit nochmal genauer auf was einzugehen!!
Danke an die ganze Norden-Crew, dass ihr uns so herzlich aufgenommen habt und euch eure Gegend gezeigt habt! Karibuni sana Tosamaganga!! J

Montagabend kamen wir dann nach 13 Stunden Fahrt endlich zu Hause an. Im Waisenheim wurden wir total herzlich empfangen und alle freuten sich unglaublich uns zu sehen. Besonders die Kinder freuten sich noch 3 Tage später immer wieder wie verrückt uns zu sehen. Wir konnten uns natürlich kaum noch halten endlich zu den Babys zu gehen. So sah ich meinen kleinen Johnny nach einem Monat schmerzlicher Trennung endlich wieder. Ein bisschen größer ist er schon geworden, aber am verrücktesten ist, dass er jetzt Rumkrabbelt wie ein Weltmeisten. An den Anblick muss ich mich erstmal gewöhnen. Es ist echt schön wieder hier zu sein.
Ein paar Sachen haben sich auch verändert. Zum einen sind viele Mitarbeiterinnen in der Zeit, in der wir weg waren, gegangen und viele neue gekommen. Außerdem ist Sister Bibi weg L Sister Bibi war die älteste Schwester und eine richtige Oma. Leider war sie auch unsere Küchen-Fee, die Pizza backen konnte L Sehr traurig. Aber auch so ist es schade, dass wir uns nicht verabschieden konnten.
Außerdem hat sich was an meinem Arbeitsfeld verändert. Ich unterrichte jetzt nicht mehr im Kindergarten, sondern arbeite nur noch im Waisenheim und in der Schneiderschule.
Ich hatte ja ein paar Probleme mit dem Unterrichten der Kleinen und außerdem herrscht dort sowieso Lehrer-Überfluss. Von daher freue ich mich sehr über diese Veränderung J
Das war’s dann auch schon.
Jetzt habe ich bestimmt total viel vergessen und manches viel zu genau beschrieben, aber wie gesagt, für Fragen bin ich immer offen J
Viele Grüße in das frühlingshafte Deutschland, ich vermisse euch !

Montag, 3. Februar 2014

Ab in den Urlaub

Hallöchen liebe Familie, Freunde und alle anderen Interessierten :)

Mittlerweile bin ich schon 4 Monate in Tansania und es ist wirklich immer noch kaum zu glauben. Die Zeit vergeht so schnell und man hat das Gefühl man kommt kaum hinterher.
Am Donnerstag, d. 16.1. hat die Vorschule wieder angefangen. Ich muss sagen es ist zwar jetzt von der Planung her fast noch chaotischer, aber der Unterricht läuft so ganz gut.
Zunächst mal wurde Niklas und mir am Donnerstag mitgeteilt, dass wir nun eine Klasse zusammen hätten in der wir alles unterrichten. Wir hatten uns schon sehr gefreut, weil wir so viele Freiheiten hätten und viele Dinge mit der Klasse hätten machen können. Am nächsten Tag kam dann die Ernüchterung, als uns in allen Klassen verschiedene Fächer zugeteilt wurden. Da es allerdings keinen festen Stundenplan gibt sollen wir mit den 2 anderen Lehrerinnen absprechen wann wir wo unterrichten.
Es gibt jetzt mittlerweile 4 Klassen, da die jüngste Klasse sonst zu groß wäre. Dafür ist aber eine Lehrerin weniger da, da diese studieren gegangen ist. Eine Klasse wird jetzt durchgängig von der Schwester unterrichtet. Die anderen 3 Klassen werden unter uns 4 Restlichen aufgeteilt. Mittlerweile ist es so, das niemand von uns eine Ahnung hat wo er an diesem Tag unterrichten wird. Das wird immer spontan vorm Unterricht, wenn die Kinder schon in ihren Klassen sitzen entschieden. Wenn ich zum Beispiel in die "Awali"-Klasse geschickt werde frage ich immer noch mal nach, was ich denn unterrichten soll und mir wird einfach gesagt: "Whatever" . Soviel zu der Motivation der Lehrerinnen. In den 2 älteren Klassen unterrichte ich jetzt meistens Englisch und mache das Alphabet oder die englischen Zahlen. Oft wurde ich auch schon in die jüngste Klasse geschickt (gerade mal 3 Jahre sind die Kinder dort) und sollte doch tatsächlich Englisch unterrichten indem ich einfach was anmale (z.B. einen Tisch) und ihnen vorsage "This is a table". Ich fand es schon vorher relativ sinnlos, aber die wahre Sinnlosigkeit meines Auftrages wurde mir dann während des Unterrichts bewusst, als die Kinder mich mehrmals darauf hinwiesen, dass dies kein "Table", sondern eben ein "Meza" (Kiswahili=Tisch) sei. Sie hatten leider nicht mal verstanden, dass ich ihnen eine andere Sprache beibringen will, sondern dachten ich würde mich mit den Kiswahili-Vokabeln ein bisschen vertuen.
Nach dieser missglückten Mission sollte ich dann Malen unterrichten. Hier war der Tipp der Lehrerinnen einen Stuhl anzumalen und ihn abmalen zu lassen. Da die Kinder leider keine Ahnung hatten, was sie mit einem Stift und einem Blatt anstellen sollten, geschweige denn ein Rechteck oder Kreis zeichnen sollten, scheiterte auch diese Mission. Als die Kinder dann begannen Stücke von ihren Blättern abzureißen und diese genüsslich zu essen brach ich den Malunterricht vorerst ab. Ich bin dann in einem Abstellraum auf Ausmalbücher gestoßen und jeeede Menge Buntstifte. Daraufhin habe ich jedem ein Bild zum ausmalen gegeben und einen Buntstift. Wenigstens konnten die Kinder jetzt ein bisschen rumkritzeln.
Die Kinder hören nach den Ferien überraschender Weise irgendwie ein bisschen besser, sodass zumindest halbwegs sinnvoller Unterricht zustande kommt, was mich freut.

Sonst ist eigentlich alles wie zuvor. Übermorgen geht es schon nach Daressalaam auf Zwischenseminar, was total verrückt ist, weil dann schon bald die Hälfte um ist. Ich freue mich aber schon total endlich alle wiederzusehen und sich mal austauschen zu können. Leider war ich fast die gesamte letzte Woche kränklich bis jetzt, aber ich hoffe am Donnerstag bin ich wieder fit für die Reise. Im Anschluss an das Seminar steht nämlich endlich unser erster Urlaub an. Nachdem wir jetzt seit Oktober im Grunde jeden Tag gearbeitet haben sind wir doch auch mal froh rauszukommen und ein bisschen zu entspannen. Die Reise wird am Strand in Bagamoyo starten und führt Nina und mich dann zu den Einsatzstellen im Norden, die wir nacheinander besuchen werden. Wir freuen uns schon total und sind schon ganz aufregt.
Der Urlaubsbericht kommt dann Anfang März.

Auch mal ein Dankeschön an alle die immer mal wieder ein Päckchen oder ein Brief losschicken. Ich freue mich immer riiiiesig und antworte auch immer möglichst schnell.
Auch weiterhin freue ich mich über Post aus Deutschland, hier nochmal meine Adresse:

Anne Christian
Tosamaganga Orphanage
Childrens Home P.O. Box 12
Iringa
Tansania

Danke und viele liebe Grüße aus Tansania und bis März :)

Mittwoch, 8. Januar 2014

Das Schlagen von Kindern

Ja, Thema „Kinder schlagen“ habe ich jetzt doch schon recht lange vor mir hergeschoben. Allerdings konnte ich mir aber auch ein recht gutes Bild über das ganze Thema machen. Zunächst einmal muss gesagt sein, dass das Schlagen vor allem im Kindergarten stattfindet. Hier im Waisenheim von den Dadas nur ganz selten und von den Schwestern gar nicht. Deswegen wird dieser Bericht hier auch allgemein über meine bisherige Zeit im Kindergarten gehen. Dort war bis jetzt leider nicht alles so rosig.
Der Unterricht an sich ist meiner Meinung nach schon eine Katastrophe. Bevor um 9 Uhr der Unterricht los geht spielen die Kinder draußen auf dem Hof. Spielen heißt, dass alle im Kreis stehen und in der Mitte jemand sitzt und trommelt. Die Lehrer geben dann Lieder oder Spiele vor, die die Kinder dann zu singen, bzw. zu spielen haben. Bis dahin eigentlich gar nicht so übel, immerhin können die Kinder sich ein bisschen austoben und sind ausgelastet. Das ändert sich schlagartig um 9 Uhr. Dann geht es in die Klassenräume. Dort schreibt die Lehrerin dann je nach Unterrichtsfach etwas an die Tafel. Im Falle vom Fach Kiswahili wäre das zum Beispiel:
wa we wi wo wu
we wi wo wu wa
wewe wageni watoto
watoto wanacheza
Das wird dann immer und immer wieder vorgelesen und die Kinder sprechen es immer wieder im Chor nach. Danach kommen einzelne Schüler nach vorne und müssen es vorlesen, woraufhin die Klasse es wieder nach spricht. Danach kriegen die Kinder ihre Hefte und Stifte ausgeteilt und müssen von der Tafel abschreiben. Hier entstehen schon erste Probleme, da nicht immer die richtigen Hefte zu finden sind, bzw. manche Schüler gar keins haben. Dann reichen die Stifte oftmals nicht aus, bzw. sind alle abgebrochen, sodass man erstmal mit Spitzen beschäftigt ist. Wenn die Kinder dann doch irgendwie alle etwas haben wird abgeschrieben. Die, die früh fertig sind müssen die gesamte Zeit über still an ihrem Platz sitzen bis alle anderen fertig sind. Dass die Kinder bei dieser Art des Unterrichts nichts lernen zeigt sich ganz offensichtlich. Zunächst zeigt es sich daran, dass die Kinder, wenn sie vorlesen sollen oft nicht weiter wissen. Sie werden aufgefordert mit „Soma“ Lies! Weiterzumachen, nur leider können sie nicht lesen. Die meisten lesen nämlich nicht vor sondern sagen es auswendig vor, was sie mehrmals davor gehört haben. Auch wenn sie ein bestimmtes Wort auf der Tafel zeigen sollen, wissen die meisten nicht weiter. Auch das „Abschreiben“ ist relativ sinnlos. Den Kindern ist gar nicht bewusst WAS sie da abschreiben, denn sie malen viel mehr einfach alles nur ab. Das hat sich gezeigt, als wir ein Diktat geschrieben haben und nur 7 von 35 Kindern überhaupt IRGENDWAS hingeschrieben haben. Auch wenn man sie auffordert einzelne Buchstaben aufzuschreiben, haben die meisten keine Ahnung was sie tun sollen. Sie lernen hier nicht wie in Deutschland die Buchstaben zu hören, schreiben und erkennen, sondern sie malen einfach nur das ab, was an der Tafel steht.
Ich würde mal behaupten, dass nicht einmal ein Viertel der Kinder, die die Schule verlassen, schreiben oder lesen können. Deutsche Kinder können nach dem Kindergarten auch noch nicht lesen oder schreiben, nur ihnen wird es auch nicht zwanghaft versucht beizubringen. Dinge wie Kreativität werden hier überhaupt nicht gefördert. Im Grunde lernen die Schüler im Kindergarten 3 Dinge:
 1. Vorm Lehrer sollte man Respekt/Angst haben
2. Von der Tafel abmalen
3. Dinge im Chor nachsprechen
Das Problem ist, dass ich nicht wirklich eine Ahnung habe, wie ich etwas ändern soll. Bis jetzt habe ich den Unterricht auch so geführt. Am Anfang war die Lehrerin immer noch dabei und die Kinder waren leise. Als ich jedoch das erste mal allein vor der Klasse stand und die Kinder gemerkt haben, dass ich sie nicht schlage, ist es vollkommen außer Kontrolle geraten.
Das Problem ist, dass die Kinder im Kindergarten nicht nur oft, sondern auch heftig geschlagen werden. Geschlagen werden sie, wenn sie nichts in ihr Heft geschrieben haben, wenn sie an der Tafel etwas nicht lesen können, wenn sie laut sind, wenn sie Mist machen und manchmal auch einfach so mal aus Respekt.
Die Kinder werden also dafür bestraft, dass die Lehrer ihnen die Dinge nicht richtig beibringen. Sie können nicht lesen, sie werden geschlagen. Das vermittelt den Kindern allerdings ein verzerrtes Bild von Strafen. Sie werden nicht nur geschlagen, wenn sie bewusst Quatsch machen und laut sind, sondern auch wenn sie etwas nicht können. Sie wissen also, egal was ich mache, geschlagen werde ich so oder so. Wenn Unruhe in der Klasse entsteht, werden auch nicht die Unruhestifter bestraft, sondern es wird einfach mal durch die Reihen gegangen und ein paar Hiebe mit dem Stock verteilt.
Oftmals gibt es meiner Ansicht nach auch garkeinen Grund, warum die Kinder geschlagen werden. Manchmal werden nach dem Essen bestimmte Kinder in die Küche gerufen. Das sind dann die schlimmsten Momente, weil dann wird nicht nur mit dem Stock auf die Finger gehauen, sondern die Kinder liegen richtig weinend und schreiend auf dem Boden, während die Lehrerin den Hintern oder was ihr alles gerade in die Quere kommt versohlt. Besonders schlimm ist das, wenn es unsere eigenen Kinder aus dem Waisenheim sind.
Einerseits kann ich es kaum ertragen, zu sehen wie Kinder, die ich lieb habe, geschlagen werden. Andererseits ist es auch für die Kinder schwer zu verstehen, wie Personen, denen sie vertrauen, dabei zugucken können, wie ihnen wehgetan wird.
Das alles führt aber auch zu meinem größten Problem in der Schule. Die Kinder haben absolut keinen Respekt vor mir, da ich sie nicht schlage und sie das wissen. Die Kinder machen, was sie wollen und ich hab absolut kein Strafmittel. Wenn ich ihnen androhe, dass sie vor die Tür müssen, freuen sie sich, da sie nicht mehr dem Unterricht folgen müssen. Anschreien kann ich sie sowieso nicht, weil der gesamte Raum so laut ist, dass mich keiner mehr hört. Es gibt im Grunde kein Strafmittel von mir, das schlimmer wäre als geschlagen zu werden, von daher haben sie nichts zu befürchten. Die einzigen, die dann noch halbwegs auf mich hören sind die Waisenheimkinder, weil sie mich mögen. Von daher kann ich die Lehrer irgendwie verstehen. Die Lehrer haben es in ihrer „Ausbildung“ (ich habe keine Ahnung, wie die Lehrerausbildung aussieht, bzw. ob sie überhaupt existiert) nicht anders gelernt. Als wir ihnen erzählt haben, dass im deutschen Kindergarten nichts in Hefte geschrieben wird, sind ihnen fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Außerdem lernen die Kinder das System: Ich mache was falsch, ich werde geschlagen, nicht unbedingt nur im Kindergarten. Ich wage mal zu behaupten, dass die Kinder auch zu Hause von ihren Eltern geschlagen werden.
Ich bin absolut und ohne jeden Zweifel gegen das Schlagen von Kindern, aber irgendwo kann ich verstehen, dass die Schulverhältnisse in Tansania einen Unterricht ohne Disziplin und Respekt nicht zulassen.
Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie es ist vor 50 Kleinkindern zu stehen, die absolut keinen Respekt haben und es einfach nur drunter und drüber geht und vor allem wie hilflos und verzweifelt man ist. Man muss verstehen, dass es in Tansania keine kleinen gemütlichen Kindergärten mit Gruppen von maximal 20 Kindern gibt, die in einem friedlichen, liebevollen und wohlständigem Zuhause aufgewachsen sind, mit verständnisvollen, gut ausgebildeten Erzieherinnen, die nur darauf bedacht sind pädagogisch wertvolle Dinge zu tun. Die Situation hier ist eine vollkommen andere. Die Kinder sind Gewalt gewohnt. Die einzig ernstzunehmende Strafe, die von Lehrern kommen kann ist also ebenfalls Gewalt. Die Lehrer sind vermutlich selbst mit diesen Erziehungsmethoden aufgewachsen. Gelernt Lehrer zu sein, haben sie von Menschen, die auch mit Gewalt aufgewachsen sind und es ebenfalls als harte aber erträgliche Strafe ansehen. Jedem Menschen hier ist bewusst, dass geschlagen werden kein gutes Gefühl ist, aber sie wissen auch, dass sie es überlebt haben und sie anständige Menschen geworden sind.
Ich würde niemals ein Kind schlagen, aber als die Kinder mich in der Klasse vollkommen verarscht haben und das totale Chaos ausgebrochen war, habe ich mir einfach nur gedacht, wie blöd man als Kind sein kann, anstatt dankbar zu sein, dass man nicht geschlagen wird und sich zu benehmen, die Situation so dermaßen ausnutzen kann. Dann habe ich mir noch gedacht, dass so eine Dummheit wirklich bestraft gehört und die Kinder dann eben selber dran schuld sind geschlagen zu werden. Die Gedanken bereue ich mittlerweile, da es eigentlich nur unglaublich traurig ist, dass Kinder das Schlagen als normal ansehen und dass Nicht-Schlagen für sie eigentlich nur lächerlich ist und sie die Person, die nicht schlägt, nicht als freundlich und gut empfinden, sondern als schwach und nicht wert für ihren Respekt.
Und es ist eben auch keine Sache von 2-3 Jahren diese Verhältnisse zu ändern. Man muss bedenken, dass das Schlagen von Kindern in Deutschland offiziell erst seit Ende der 90er Jahre verboten ist, aber alle sind geschockt, wenn man hört, dass in Tansania noch Kinder geschlagen werden. Tansania ist von der Entwicklung und von den Verhältnissen bestimmt noch weit von dem Deutschland um 2000 entfernt. Man sollte dem Land und vor allem den Menschen also auch Zeit geben umzudenken.
Es ist ein schwieriges Thema und ich weiß, dass es in meiner Argumentation viele Kritikpunkte gibt und es bestimmt für viele absurd wirkt, dass ich es irgendwo verstehen kann, dass Kinder geschlagen werden. Aber ich sage es nochmal: Ich bin absolut gegen das Schlagen von Kindern, ich will aber nicht ein ganzes Land deswegen abwerten, sondern man sollte vielleicht auch mal versuchen zu verstehen, wieso manche Dinge so sind wie sie sind.

Entschuldigung, wenn der Text etwas durcheinander ist.

An dieser Stelle sei mal angemerkt, dass ich die Krümelkiste in Fronhausen und meine Kleinen total vermisse. Ich freue mich schon total alle wiederzusehen.

Silvester 2013/2014

Erstmal noch ein frohes,neues Jahr an alle in Deutschland! Ich hoffe,ihr habt alle gut reingefeiert und bis jetzt ein erfolgreiches Jahr gehabt!
Mein Silvester dieses Jahr könnte man wohl als sehr ruhig bezeichnen. Am 29.12.2013 bekamen wir erstmal Besuch von der anderen Freiwilligen Luisa, die auch in einem Waisenheim in Tansania arbeitet. Unsere Silvesterplanung fiel etwas chaotisch aus. Zunächst einmal dachten wir, wir würden nur am 01. Januar in die Neujahrsmesse gehen. Dann erfuhren wir vom Chor, dass wir am Silvesterabend in Ipamba singen. Am selben Tag fragten wir dann Sista Helena, ob wir in der Silvesternacht auch in die Kirche gehen. Diese sagte uns: Ja, aber in Tosamaganga. Da wir etwas verwirrt waren, sagten wir dem Chor erstmal ab, da wir Silvester mit unseren Schwestern feiern wollten. Diese hatten sich aber in der Zeit überlegt dann auch nach Ipamba zu gehen uns zu Liebe. Am 31.12. beim Abendessen fragten wir dann wann es los gehen würde nach Tosa und alle brachen in Gelächter aus, da es ja jetzt eigentlich nach Ipamba gehen sollte. Nach einigem Hin und Her beließen wir es dann  bei Tosamaganga, da dem Chor ja jetzt eh schon abgesagt war. Am 31. Machten wir uns also um 22 Uhr auf in die Kirche. Dort blieben wir dann bis genau 24 Uhr. An Silvester um Mitternacht in der Kirche sitzen kann man nicht unbedingt als die Party des Jahrhunderts bezeichnen. Man wünschte seinen direkten Sitznachbarn ein frohes neues Jahr, was in meinem Fall ein freundlicher Bruder war und dann verließen alle die Kirche. Zu Hause gab es dann noch Schwarztee und Kuchen. Außerdem wurde erstmal die Silvesterrede vom Papst im Fernseher angemacht. Die war mit englischer Synchronstimme und ich glaube wir haben mehr verstanden als die Schwestern. Da mich die Rede aber nicht übermäßig interessierte konzentrierte ich mich auf den Kuchen. Danach sind wir raus auf den Hof und haben zu Trommelmusik noch ein bisschen mit den anderen jüngeren Dadas getanzt und gesungen. Danach sind wir in unser Wohnzimmer weitergezogen und haben uns aus Fruchtsäften ein paar alkoholfreie „Cocktails“ gemischt. Immerhin. Dazu haben wir ein paar Sachen genascht und wieder Filme geschaut. Das haben wir bis immerhin viertel vor 4 gemacht und somit waren wir zumindest lange wach. Es kamen allerdings genauso wenig Silvestergefühle auf, wie Weihnachtsgefühle aufgekommen sind. Am nächsten Morgen sind wir dann um 8 wieder in die Kirche gegangen. Danach haben wir wieder alle gemeinsam mit dem ganzen Heim Mittag gegessen, was wieder sehr gemütlich war. Das war dann aber auch schon Silvester. Eben mal auf eine ganz andere Art.

Dienstag, 7. Januar 2014

Dran bleiben ! ☺

Morgen geht es weiter mit : Silvester und "Schlagen", also morgen wieder vorbei gucken! Tut mir Leid, dass jetzt alles auf einmal kommt, aber Montag geht die Schule wieder los und ich muss meinen ersten Quartalsbericht für das BMZ auch noch schreiben, von daher drängt die Zeit. 

Weihnachten

Hier jetzt also endlich der Weihnachtsbericht. Am besten fange ich mal am 24. an. Dass nicht so richtig Weihnachtsstimmung aufgekommen ist, habe ich ja schon berichtet. Auch deswegen haben wir am 24. Mittags mal was typisch weihnachtliches gemacht, nämlich Plätzchen gebacken. Zusammen mit Elisa, Julia, Memo und Daniella haben wir die Küche in Beschlag genommen. Gebacken wurde Lebkuchen, der toootal lecker war, Butterplätzchen und noch so Schokoladen-Dinger aus Schoko-Pops. Meine Butterplätzchen sind leider etwas missraten, da ich anstatt Backpulver Hefe nehmen musste und anstatt Margarine Öl. Naja am Ende haben sie garnicht so übel geschmeckt, aber sie waren nicht mit zu Hause vergleichbar. Es war sehr lustig und es ist wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung aufgekommen. Nachdem alles schön dekoriert war, wurden die Plätzchen und der Lebkuchen weggepackt, denn diese sollten erst am 26. gegessen werden. Den restlichen Nachmittag widmeten wir uns unserem Zimmer, das aufgeräumt werden musste. Dann gab es etwas früher Abendessen als sonst, denn um 20 Uhr war Treffen mit unserem Chor. Wir hatten die große Eher an Heiligabend zu singen und uns ausgiebig darauf vorbereitet. Um ca. halb 9 wurden wir dann von unserem Chor abgeholt. Wir standen mit etwa 20 Leuten hinten auf der Ladefläche eines „Pick Ups“ drauf. Diese Art des Massentransportes ist hier sehr verbreitet. Die Ladefläche ist „überdacht“ von einem Gerüst, woran man sich festhält. Zum Aufsteigen gibt es keine spezielle Vorrichtung, sodass man einfach irgendwie reinklettert, ohne, dass das Kleid reist. So sind wir also mit dem singenden Chor durch die tansanische Dunkelheit gefahren. Ein paar kleine Stimmen in meinem Hinterkopf erzählten mir immer wieder wie blöd es wäre, wenn jetzt der ganze Pick Up umkippt oder wie blöd es wäre, wenn das sowieso schon lockere Gerüst endgültig abbricht. Ich habe allerdings versucht diese Stimmen zu unterdrücken. Ein kleines Stoßgebet habe ich trotzdem in den Himmel geschickt, als wir heil oben an der Kirche ankamen. So gegen viertel vor 9 kamen wir also oben an, zogen unser Chor-Gewand an und probten noch ein bisschen. Die Messe war für den Chor erfolgreich, auch wenn ein Lied in die Hose ging. Um viertel vor 1 war die Kirche dann vorbei. Eigentlich hatten Nina und ich schon lange geplant, dass wir Heiligabend ein paar Filme gucken und unsere Süßigkeiten verspeisen wollten. Aufgrund der Uhrzeit wurde dies dann auf den folgenden Abend verschoben, auch wenn wir es uns nicht nehmen ließen zumindestens einen Film anzufangen. Am 25. ging es dann morgens um 8 direkt wieder in die Kirche, diesmal mit den Kindern.  Zur Feier des Tages gab es morgens zum Frühstück Rosinenbrötchen, die super lecker waren.
Johnny hatte sein ersten Kirchengang schon am Sonntag vorher zusammen mit mir absolviert, wodurch auch der Weihnachtskirchengang kein Problem für uns 2 war. Nach der Kirche wurden die Kinder dann schnell gefüttert und es hieß wir fahren direkt um 11 weiter auf eine große Weihnachtsfeier in Iringa. Dorthin waren noch 2 weitere Waisenheime eingeladen und es wurde von einer Fernsehsendung organisiert. Im Waisenheim warteten schon einige Verantwortliche auf uns, um uns schicke orangene T-Shirts der Sendung zu geben, die alle zu tragen hatten, sogar die Kleinen. Da der Bus, der uns in die Stadt bringen sollte zu klein war für das gesamte Waisenheim (120 Leute), musste dieser 2 mal fahren. Deswegen und aufgrund der typischen tansanisches Unzuverlässigkeit verließen wir das Waisenheim anstatt wie geplant um 11 Uhr, um halb 2 mittags. Naja mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und wunder mich über gar nichts mehr. Als wir dann auch endlich ankamen, war die ganze Veranstaltung doch etwas schräg. Vorne auf der Bühne saß die Moderatorin der Show und interviewte ein paar Verantwortliche von den Waisenheimen , auch unsere Sister Helena ( der Boss sozusagen). Wir saßen an runden Tischen vor der Bühne, mit samt den anderen Waisenheimen und den Kindern. Dort saßen wir im Grunde bis zur Abfahrt. Überall sprangen Kamera-Leute rum und filmten alles. Irgendwann gab es auch noch Essen, was sehr lecker war. Ich habe mich die ganze Zeit mich Johnny beschäftigt, der friedlich auch meinem Schoß saß und die Sprite genossen hat, die ich ihm eingeflößt habe. Die Kinder haben ein paar Geschenke bekommen, was ich doch sehr nett fand, immerhin bekommen sie ja sonst von niemandem was. Im Großen und Ganzen glaube ich allerdings, dass die Waisenheime eher zur Inszenierung der Kinder eingeladen wurden. Kommt ja immer gut, wenn man ein paar armen, kleinen Kindern eine Freude macht, sogar im tansanischen Fernsehen. Nachdem wir zurück waren, waren auch alle sehr müde, vor allem die Kinder, die auf ihren Mittagschlaf verzichtet haben. So wurden die Kids noch schnell gefüttert und dann gegen 5 waren alle im Bett. Auch wir ruhten uns ein wenig aus. Nach dem Abendessen machten wir dann endlich unsere eigene kleine Weihnachtsfeier mit Spekulatius, Weihnachtsmandeln, Weihnachtsschokolade, Pringles, Haribo und Filmen. Zudem dekorierten wir unser „Wohnzimmer“ ein bisschen und machten es uns gemütlich. So ging der  1. Weihnachtsfeiertag dann auch zu Ende.
Am 26. Morgens hieß es dann direkt wieder: Kirche. Juhu. Diesmal allerdings aus einem anderen Grund. Ich weiß nicht genau wie es anderswo ist, aber hier in unserer Gegend gibt es anscheinend nur einmal im Jahr Taufe, wo dann alle Kinder kommen, die in diesem Jahr auf die Welt gekommen sind, bzw. die vorher noch nicht getauft worden sind. So sind wir mit allein 16 Kindern aus unserem Heim losgefahren. Auch Johnny war dabei, den ich mitnehmen durfte. Ich kann es nicht genau sagen, aber ich schätze, dass bestimmt mindestens 40 Kinder an diesem Tag getauft worden sind. Man stellt sich das jetzt vielleicht wie eine Massenabfertigung vor, aber ich fand es war trotz der Menge an Kindern noch sehr individuell gemacht. Der Priester hat sich bei jedem Kind viel Zeit gelassen. Der Priester war ein Weißer, was hier sehr oft vorkommt. Alle Weihnachtsmessen wurden von weißen Priestern gehalten und auch sonst ist eher selten ein dunkelhäutiger Priester da. Die Kinder und ihre Eltern standen im Halbkreis um den Altar herum und der Priester ist immer rundgegangen, um alle Elemente der Taufe bei jedem Kind einzeln durchzuführen. Seine Taufkerze habe ich mit Johnny angezündet, was total süß war. Auch sein Taufkettchen hat er von mir bekommen, worauf ich echt stolz bin. Über das Wasser hat allerdings ein anderer ihn gehalten, was aber irgendwie bei jedem Kind so gemacht wurde, keine Ahnung wieso. Als Johnny das Wasser übergeschüttet bekommen hat, hat er sehr laut angefangen zu schreien. Ich war trotzdem gerührt. Und ehrlich gesagt wurden die Kinder auch eher gewaschen als getauft, so viel Wasser, wie die auf den Kopf bekommen haben.
Um halb 8 waren wir morgens an der Kirche. Als alles vorbei war und wir nach Hause fuhren war es 12 Uhr. Ich war wie immer froh, die ganze Zeit Johnny bei mir gehabt zu haben, der mir die zeit immer erträglich macht. Und er benimmt sich auch immer super gut, ich musste noch nie rausgehen, weil er angefangen hat zu weinen. Meistens schläft er einfach irgendwann ein. Hat er auch recht.
Mittags gab es dann noch die Waisenheim interne Weihnachtsfeier. Wir haben alle zusammen im großen Essensraum zu Mittag gegessen und alle Kinder, Dadas, Gäste und Schwestern haben das gleiche Essen gegessen.  Es lief Musik und wir saßen schön zusammen. Zum Nachtisch gab es endlich die Plätzchen und den Lebkuchen und es war alles sehr lecker. Kurz bevor es dann zur Bescherung kam (für die Kinder Süßigkeiten, für die Dadas Kangas und für die Kakas Flip-Flops) wurde die Party von einer Reisegruppe Australier gesprengt, die kleine Kuschel-Koalas mit „I ♥ Australia“-Fahnen verteilt haben. Das war echt total nervig und wir haben uns gefragt, wie man so blöd sein kann und am 2. Weihnachtsfeiertag einfach unangekündigt irgendwelche Heime zu besuchen. Die ganze Feier war dadurch eher beendet, da keiner wirklich Lust hatte den Australiern beim Fotografieren zuzugucken. Außerdem waren die Kinder auf Geschenke aus und wimmelten die ganze Zeit um die unerwünschten Gäste rum. Dadurch verlief sich alles ein bisschen und auch wir zogen uns zurück. Abends gab es dann normal Abendessen und danach guckten wir nochmal Filme und vernaschten die Reste vom vorherigen Abend.
Damit war dann Weihnachten in Tansania beendet. Es war auf jeden Fall nicht so wie man es aus Deutschland kennt. Und es waren auch nicht die deutschen Weihnachtsgefühle da. Trotzdem will ich es dieses besondere Weihnachten auf keinen Fall vergessen und es auch nicht für ein deutsches Weihnachten tauschen. Es war eine tolle Erfahrung bei all dem hier in Tansania dabei zu sein, auch wenn ich mich wieder auf nächstes Weihnachten in Deutschland mit meiner Familie, dem guten Essen, dem Trubel und dem ganzen Drum und Dran freue ! 

Vorweihnachtliche Geschehnisse

Nach langer Pause mal wieder Hallo aus Tansania! Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell und man merkt gar nicht, wie alles an einem vorbei fliegt. So habe ich auch die ausstehenden Blogeinträge über Weihnachten, Silvester, das Schlagen und anderen Dingen vor mir her geschoben. Jetzt neigen sich allerdings die Ferien dem Ende zu und danach werde ich noch weniger Zeit haben. Deswegen kommen die nächsten 3 Blogeinträge jetzt schnell hintereinander und ich hoffe ich kann den Monat Dezember nochmal gut zusammenfassen.
Bevor ich mich der ausführlichen Beschreibung Weihnachtens widme erzähle ich kurz über ein paar Dinge aus unserer Vorweihnachtszeit. In dieser Zeit ist nicht wirklich deutsche Weihnachtsstimmung aufgekommen, da es hier einfach so viele Dinge nicht gibt, die zu einem „deutschen Weihnachten“ dazu gehören. Sei es Schmuck, Lichterketten, Weihnachtsmärkte, Adventskränze, Weihnachtssüßigkeiten oder die Kälte. Ein bisschen vermisst habe ich den ganzen Weihnachtstrubel schon, aber den werde ich noch oft genug haben.  Ich habe in der Zeit dafür ein paar andere Dinge erlebt, von denen ich ein bisschen erzählen will.
Zum einen haben wir an einem Sonntag nach der Kirche unseren Freund Moses besucht. Er ist 25, hat bereits Theologie und Geschichte studiert, lernt seit 4 Monaten sehr erfolgreich deutsch und ist zudem auch noch Priesteranwärter. In 4 Jahren wird er vermutlich ein richtiger Priester sein und bis dahin widmet er sich noch weiteren Studien. Er hat uns nach der Kirche eingeladen und es gab erstmal ein 2. Frühstück. Einladungen beinhalten in Afrika grundsätzlich Essen. Wir uns also nett mit ihm und noch 2 weiteren Schwestern unterhalten (teilweiße auch auf deutsch) und dazu Tee getrunken und Brot gegessen. Wir haben viel über die Unterschiede zwischen Tansania und Deutschland geredet. Garnicht  glauben konnten unsere Gastgeber, dass wir eigentlich nur einmal am Tag warm essen und es abends eigentlich eher Brot gibt. Und ein Leben ohne Ugali ist auch unvorstellbar für Tansanier.
Nach dem Essen sind wir ein bisschen spazieren gegangen in Tosamaganga, was wirklich ein wunderschöner Ort ist. Vor allem nachdem es jetzt so viel geregnet hat, ist die gesamte Gegend grün geworden, was alles anders aussehen lässt. Nachdem wir ein bisschen gelaufen sind verkündete Moses, dass wir nun die „Wazee“ besuchen werden. „Wazee“ bedeutet alte Menschen, aber wir wussten trotzdem nicht so richtig, wie wir das verstehen sollten. Bis wir dann ankamen und sahen, dass es eine Art Altenheim für die Schwestern war. Direkt auf dem Berg von Tosamaganga, mit tollem Blick über die ganze Iringa-Gegend steht das Gebäude. Wie viele Gebäude in Tansania, hat auch dieses einen „Innenhof“. Auf diesem steht die kleine Kirche für die ca. 25 älteren Schwestern, die dort wohnen. Rundherum ist alles schön bepflanzt und ordentlich gepflegt. An den 4 Seiten liegen dann die Zimmer der Schwestern. Wenn ich sage „ältere“ Schwestern untertreibe ich vielleicht ein bisschen. Im Durchschnitt waren die Schwestern bestimmt 90. Manche saßen schon im Rollstuhl, andere gingen im 90° Winkel gebückt. Trotzdem haben sich die Schwestern unglaublich über unseren Besuch gefreut. Eine Schwester hat uns sogar die Hände geküsst. Ich kann es so schlecht in Worte fassen, wie es für mich war. Ich war so gerührt, dass sich so um die Schwestern gekümmert wird, wenn sie älter werden und diese trotz aller Einschränkungen so dankbar sind. Am meisten beeindruckt hat mich eine Schwester die 1935 als erste Schwester nach Tosamaganga gekommen ist und jetzt stolze 106 Jahre alt ist. Zwar konnte sie nicht mehr hören, aber dafür konnte sie noch laufen und war erstaunlich fit. Sie hat unsere Hände genommen und wollte garnicht mehr auf ihr Zimmer zurück, sondern viel lieber mit uns rum gehen. Ich fand das alles so toll, dass ich mich total beherrschen musste nicht los zu heulen. Ich bin Moses total dankbar, dass er uns das „Altenheim“ gezeigt hat. Nachdem wir wieder zurück gegangen sind und auch noch Mittagessen gegessen haben, haben wir uns wieder auf den Heimweg ins Waisenheim gemacht.

Seit Dezember singen Nina, Niklas und ich auch so richtig im Chor mit. Der ist nicht sonderlich regelmäßig, aber sobald ein Auftritt ansteht, wird auf einmal super intensiv geprobt. So hatten wir vor unserem Auftritt Heiligabend in der Kirche eine ganze Woche lang jeden Tag in etwa 2 Stunden Probe. Irgendwann hatte ich echt keine Lust und keine Stimmer mehr. Zudem ist der Chor wie gesagt etwas unzuverlässig, was aber auf alle zeitlichen Angaben hier in Tansania zutrifft. Wenn der Chor um „4“ anfängt, laufen wir frühstens um halb 5 los. Und selbst dann sind wir noch mit die Ersten. Allen Zeit-, Orts- und Tagesangaben vertraue ich hier mittlerweile nicht mehr.
Einmal hat Brother Bosco uns mitgenommen zu dem Grundstück der Brüder. Dort haben wir dann auch gleich den ersten Bruder hier in Tosamaganga kennengelernt, der sogar „nur“ 97 war.

Ein weiteres Erlebnis hatte ich am 23. Dezember. Dort bin ich mal mit Nina für einen Morgen mit ins Krankenhaus gegangen, um mir die Arbeit auf der Geburtenstation anzugucken. Zu meinem Glück durfte ich auch gleich 2 Kaiserschnitte erleben, aber leider keine richtige Geburt. Ansich ist das Krankenhaus echt schon modern und vor allem riesig, allerdings erinnern manche Dinge auch ein bisschen ans Mittelalter. Die Ärzte machen auf mich einen guten und qualifizierten Eindruck. Hierzu ein kleiner Einschub aus der Anfangszeit hier. Wie ja allen regelmäßigen Lesern meines Blogs bekannt ist, hatte ich einen sehr stark entzündeten Mückenstich. Als dieser dann sogar schon beim normalen Stehen wehgetan hat, habe ich mich zu einem Arztbesuch entschieden. Ich bin also morgens mit Nina gegen halb 8 losgelaufen. Da ich keine Ahnung hatte, wo ich hin musste, haben wir eine Schwester gefragt, die mich an Peter weiter geleitet hat. Dieser arbeitet in der Aufnahme und war ab dann mein Begleiter. Er hat mich in eine Art „Wartezimmer“ gesetzt, was allerdings eher ein Flur war. Das gesamte Krankenhaus ist eigentlich eher ein offenes Gebäude. Alles ist zur Mitte hin offen und die Gänge grenzen direkt an den Innenhof. Da saß ich nun also und wartete bis die Ärzte aus ihrer morgendlichen Besprechung kamen. Um halb 9 kam dann ein Arzt und nahm mich mit ins Behandlungszimmer. Das sah im Grunde aus wie ein deutsches Behandlungszimmer. Ein Tisch, 2 Stühle, eine Liege, ein paar Geräte und ein paar Dokumente. Der Arzt schaute sich den Stich in etwa 2 Sekunden an und verschrieb mir Antibiotikum und Schmerzmittel. Hier gibt es keine Verschreibungszettel, sondern jeder Patient kriegt sowas wie eine „Kundenkarte“ :D Dort steht Name, Alter und Geschlecht drauf. Dann wird dort auch die Diagnose und die Medikamente dagegen drauf geschrieben. Diese Karte muss man sich aufheben, denn man bringt sie zu jedem Arztbesuch wieder mit. Als ich fertig war (ich habe 45 Minuten gewartet und war 5 Minuten in Behandlung), ist Peter mit mir weiter gezogen. Erstmal zu einem Raum, wo ich meine Medikamente bezahlen musste. Ich habe für 30 Tabletten Antibiotikum und 18 Tabletten Paracetamol 2300 Schilling bezahlt: 1,15€. Danach sind wir zur Apotheke gegangen. Dort habe ich dann aus Dosen meine Tabletten in kleine Braune Tütchen abgezählt bekommen. Mit meinen Medikamenten bin ich dann wieder nach vorne gegangen und mein Arztbesuch war beendet. Vorne an der Anmeldung sah ich dann eine ganz lange Schlange Menschen stehen. Ich habe Peter gefragt, worauf sie alle warten. Dann erst sagt er mir, dass sie „Sprechstunde“ eigentlich erst um 9 anfängt und die Menschen darauf warten angemeldet zu werden und behandelt zu werden. Da erst wurde mir klar, dass ich einfach nur vorgezogen wurde. Es war mir so unangenehm an den bestimmt 20 dunkelhäutigen Menschen vorbei zu gehen, die alle auf einen Arzt warten und ich mit meinem kleinen Mückenstich war schon fertig und noch vor der Sprechstunde ohne Warten dran gekommen, nur weil ich eine „Mzungu“ (Weiße) bin. Für das nächste mal weiß ich allerdings Bescheid, dann werde ich mich um Punkt 9 brav zu den anderen Kranken in die Schlange stellen.
Zurück zu meinem Besuch bei Nina. Ich war also zum ersten Mal in meinem Leben bei einem Kaiserschnitt dabei. Ich war sogar zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt in einem Operationssaal (vom Tierarzt mal abgesehen). Der sah eigentlich ganz normal und modern aus. Monitore, Geräte, Operationsgeschirr. Nur die Türen verrieten mir, dass wir in Afrika sind. Das waren nämlich Holz-Klapptüren. Mich erinnerte das an Klapptüren von Kneipen in Western-Filmen.
Der Kaiserschnitt ging ganz schnell. Die Frau wurde betäubt, der Bauch aufgeschnitten, ein bisschen gedehnt und dann kam das Kind schon rausgefluppt. Ein bisschen dramatischer hatte ich es mir vorgestellt, aber es war trotzdem ein tolles Gefühl bei so einem Moment dabei zu sein. Zur Krönung durfte ich dann auch noch die Nabelschnur durchschneiden. Da hab ich mich dann wirklich wie der Ober-Boss gefühlt, wie ich mit meinem Mundschutz und meiner Kopfhaube meine eigene kleine Operation durchführen durfte. Ich gebe zu, es hat ungefähr 2 Sekunden gedauert aber es war trotzdem cool. Danach musste ich dann erstmal rausgehen, weil die Luft mit Mundschutz echt knapp wird und ich geschwitzt habe wie nichts. Was ich auch interessant fand war, dass schwarze Kinder garnicht richtig schwarz zur Welt kommen. Erstmal sind sie mehr so grau. Das eine Kind war sogar heller als ich. Biologisch kann ich mir den Vorgang leider nicht erklären, wie das Kind dann noch dunkler wird, aber interessant fand ich es trotzdem.
Mir wäre der Krankenschwester-Job allerdings nichts. Nina ist ungefähr die Hälfte vom Tag am Rumlaufen durch das gesamte Krankenhaus, was mir ja eher nichts ist. Aber es war trotzdem schön, mal einen Tag mitzuerleben und vor allem eine Geburt mitzuerleben.
Das war dann schon der letzte Tag vor dem 24. . Alles was danach kommt, schreibe ich im Weihnachtseintrag, der bald folgen wird.
Ich hoffe ich konnte ein paar Erlebnisse aus meiner Vorweihnachtszeit gut darstellen. Leider ist es unmöglich die ganzen Erlebnisse und Eindrücke richtig in Worte zu fassen. Ich will alles so gut erklären, wie ich kann aber trotzdem stellt es nie dar wie es wirklich war. Auch Fotos können nie genau das einfangen, was ich zeigen will. Ich hoffe, ihr erfreut euch trotzdem an dem was ich schreibe, ich gebe Alles J